Aktuelle Ergebnisse der Stationsprüfung auf Mastleistung und Schlachtkörperwert

Die Stationsprüfung auf Mastleistung und Schlachtkörperwert beim Schaf wird vom Haupt- und Landgestüt Marbach in der Schafprüfstation Sankt Johann-Schafhaus durchgeführt. Aufgabe der Stationsprüfung ist es, die Leistung von Zuchtböcken in wirtschaftlich wichtigen Merkmalen unter einheitlichen Bedingungen zu erfassen. Die daraus ermittelten Zuchtwerte liefern sowohl der Zuchtleitung als auch jedem einzelnen Züchter die Grundlage für die Auswahl leistungsveranlagter Tiere. Die Nachkommen dieser Tiere lassen wirtschaftliche Vorteile bei der Lammfleischerzeugung, der Haupteinnahmequelle in der Schafhaltung, erwarten.

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Beschickung

Die Prüfstation steht Mitgliedsbetrieben des Landesschafzuchtverbandes Baden-Württemberg zur Beschickung offen. Bei der Anlieferung ist ein amtstierärztliches Zeugnis vorzulegen.

Hygieneplan

Nach der Anlieferung werden alle Lämmer einer Behandlung gegen Wurm- und Kokzidienbefall und einer Impfung gegen Breiniere (Enterotoxämie) unterzogen. Die Wirksamkeit der Parasitenbehandlung wird durch eine Kotprobe nach ca. 10 Tagen überprüft.

Prüfabschnitt und Haltungsform

Die Prüfung wird als Nachkommen- oder Eigenleistungsprüfung durchgeführt. Der Prüfabschnitt beginnt einheitlich bei 20 kg Lebendgewicht und endet für die Rassen Schwarzkopf und Suffolk bei 42 kg, für die Rasse Texel bei 43 kg und für die Rasse Merinolandschaf bei 44 kg. Eine Nachkommengruppe besteht aus 8 Bocklämmern, die in Teilgruppen zu je 4 Tieren auf Stroheinstreu gehalten werden. Die Eigenleistungsprüfung läuft in Einzelhaltung ebenfalls auf Stroheinstreu mit Sichtkontakt.

Fütterung

Die Prüflämmer erhalten ein pelletiertes Lämmermastfutter zur freien Aufnahme, ergänzt durch ca. 100 g Heu je Tier und Tag. Der Nährstoffgehalt des Futters wird regelmäßig durch eine staatliche Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt überprüft.

Prüfungsmerkmale

Mastleistung:
- Tägliche Zunahme im Prüfabschnitt (g)
- Nährstoffverbrauch je kg Zuwachs im Prüfabschnitt (MJ ME/kg)

Schlachtkörperwert:
- Gesamtnote für Bemuskelung
- Gesamtnote für Verfettung

Ergebnisfeststellung

Prüfende und Futterverbrauch werden bei der wöchentlichen Wiegung bestimmt. Das Raufutter wird bei der Ermittlung des Nährstoffverbrauchs nicht berücksichtigt. Lämmer aus der Nachkommenprüfung werden vor der Schlachtung einer 24 stündigen Nüchterung unterzogen.
Zur Feststellung des Schlachtkörperwertes werden Teilnoten für Schulter-, Rücken- und Keulenbemuskelung sowie Nieren- und Oberflächenverfettung vergeben und zu Gesamtnoten für Bemuskelung und Verfettung zusammengefasst. Die Note für das Nierenfett setzt sich aus dem Messergebnis der Nierenfettmenge im Verhältnis zum Schlachtgewicht zusammen.
Der Beurteilung liegt ein Notensystem von 1 (sehr schlecht) bis 9 (sehr gut) zu Grunde. Die Beurteilungen werden von je einem Bediensteten des Landratsamtes Ludwigsburg, Referat Tierzucht und des Haupt- und Landgestüts vorgenommen. Zur Absicherung der Schlachtkörperbeurteilung werden folgende Messwerte erhoben.


- Schulterbreite 1 (cm) - Keulenbreite (cm)
- Schulterbreite 2 (cm) - Keulenausprägung (cm)
- Rückenlänge (cm) - Nierenfettmenge (g)
- Rückenmuskelfläche (cm2) - Rückenfettstärke (mm)


Bei der Eigenleistungsprüfung wird der Schlachtkörperwert über Ultraschallmessungen am lebenden Tier geschätzt. Festgestellt werden Muskeldicke und Rückenfettstärke.

Gewichtung der Teilnoten in der Gesamtnote (Nachkommenprüfung)


Bemuskelung: Schulter : Rücken : Keule 1 : 3 : 2
Verfettung: Nierenfett : Oberflächenfett 2 : 3


Prüfungsergebnis

Aus den absoluten Leistungen der geprüften Tiere werden zunächst Relativzahlen für die Prüfungsmerkmale ermittelt, die anschließend zum Teilindex Halbgeschwisterprüfung (HGS/ELF) bzw. Eigenleistungsprüfung (ELS/ELF) zusammengefasst werden. Bei der Nachkommenprüfung müssen von mindestens fünf Tieren auswertbare Ergebnisse vorliegen.

 

Hier finden Sie die Prüfliste, Stand 04.07.2017

Bildergalerie

Erstellt: AW 04.07.2017

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